Balkonsanierung

Balkonsanierung

Die Balkonabdichtung wird seit Juli 2017 in der DIN 18531 geregelt. Bis zu diesem Zeitpunkt fanden sich Regeln  in der DIN 18195 bzw. im ZDB-Merkblatt  Verbundabdichtungen.
 
Die Herausforderungen an den Bauwerksabdichter sind bei Balkonabdichtungen besonders hoch, da
  • die Abdichtung wegen niedriger Anschlusshöhen an barrierefreien Türen bzw. raumhohen Fenstern in einen dünnschichtigen Belag eingebunden werden muss
  • der Belag trotz der Dünnschichtigkeit frostsicher hergestellt werden muss
  • Geländer in den Belag und die Abdichtung fachlich richtig implementiert werden müssen
  • trotz beengter Verhältnisse ein ausreichendes Gefälle zur Ableitung des Oberflächenwassers hergestellt werden muss
  • Bodenabläufe in das Abdichtungssystem integriert werden müssen ohne erforderliche Randabstände zu unterschreiten
  • neben der Abdichtung Anforderungen an die architektonische Gestaltung, die Rutschsicherheit  sowie den Wärme-, Schall- und Brandschutz eingehalten werden müssen.
Diese große  Komplexität führt dazu, dass es  unterschiedlichste Lösungsansätze gibt und jeder Balkon  individuell geplant werden muss.
 
Aufgrund zahlreicher ausgeführter Objekte verfügen wir über das erforderliche know how, um für Sie eine Lösung zu entwickeln, die Ihren Bedürfnissen entspricht.
Beispiel für eine Balkonsanierung
Diese Balkonsanierung wurde im Jahre 2014 ausgeführt. Es handelt sich um zwei Balkone, die Teil eines Einfamilienhauses sind. Der schadhafte und nicht funktionsgerechte Altbelag bestand aus einer punktweise verklebten Bitumendampfsperre, einer Wärmedämmung aus EPS, einem Zementestrich und einer sogenannten Abdichtung im Verbund (AIV) in einer Dicke von ca 1,0 mm, die den oberen Abschluss des Schichtenaufbaus darstellte und infolgedessen begangen wurde.
 
Die Abdichtung wurde mit einer Aufkantungshöhe von 5 cm auf dem Wärmedämmverbundsystem der angrenzenden Wände ausgeführt, an Türen nicht wasserdicht angeschlossen und infolge mechanischer Beanspruchung und war wegen zu geringer Schichtdicke teilweise nicht mehr vorhanden mit der Folge, dass es Undichtigkeiten gab, der Zementestrich frostbedingt teilweise zerstört wurde und die Wärmedämmung nass war.
 
Der neue Aufbau des Belages erfolgte wie folgt:
  • Abriss des Altbelages
  • Schleifen des Betonuntergrundes
  • Vollflächiges Verkleben einer Bitumenbahn mit Heißbitumen im Gießverfahren
  • Vollflächiges Verlegen einer Schaumglaswärmedämmung in Heißbitumen
  • Herstellung eines Gussasphaltestrichs
  • Abdichtung mit vliesarmiertem Flüssigkunststoff Kemperol
  • Verlegung eines Steinteppichs als Drain- und Nutzbelag
 
Der alte Ablauf, der sich am Rand des Balkons befand, wurde in die Mitte gelegt und der Gussasphalt im Gefälle zu dem Ablauf gebaut.
Die Abdichtung wurde an den Wänden unterhalb des Wärmedämmverbundsystems aufgekantet, an freien Rändern bis zur Unterkante der Balkonplatte geführt und an die Türen wasserdicht angeschlossen.
 
Der Vorteil dieser Bauweise gegenüber der ursprünglichen Bauweise besteht in der hochwertigen 2,5 mm dicken Abdichtung, die geschützt unter dem Nutzbelag liegt, der zusätzlichen Sicherheit gegen Leckagen durch die vollflächig verklebte Dampfsperre, dem frostsicheren hohlraumfreien Gussasphalt und der geschlossenzelligen Wärmedämmung.
 
Ferner konnte aufgrund des Gussasphaltestrichs, der im Gegensatz zum Zementestrich nicht hydraulisch abbindet und deshalb keine lange Abbindezeit benötigt, einen Tag nach dem Einbau bereits die Abdichtung hergestellt werden, was zu einer erheblichen Verkürzung der Bauzeit führte.
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